Via attrezzata Cesare Piazzetta

(Piz Boè, 3152m)

Berggruppe: Sellagruppe
Ausgangspunkt: Parkplatz vor dem Ossario del Pordoi; hierher auf schmaler Asphaltstraße vom Pordoijoch.
Schwierigkeit: D (sehr schwierig)
Höhendifferenz: ab Ossario del Pordoi 950 Hm.
Gehzeiten: Ossario - Einstieg: 1,25 Std.
Einstieg - Piz Boè: 2,5 - 3 Std.
Abstieg zum Ausgangspunkt: 2 Std.
Anmerkungen: Die Piazzetta gehört zu den allerschwierigsten Klettersteigen der Dolomiten. Extrem ausgesetzter, senkrechter, an mehreren Stellen auch überhängender Fels, der sehr viel Armkraft, Bergerfahrung und Klettergewandtheit erfordert. Trotz der Steilheit sind so gut wie keine Steighilfen vorhanden. Absolut nichts für Anfänger oder gemäßigtere Klettersteiggeher. Nur bei sicherer Wetterlage und trockenem Fels einsteigen und keinesfalls einen breiten oder schweren Rucksack mitnehmen! Sehr schöne, lohnende Route mit viel Aussicht auf der man aber manchmal auch mit längeren Wartezeiten rechnen muß.
Die Original-Route wurde vor einiger Zeit verlängert, so daß die früher ungesicherten Passagen im oberen Teil jetzt an allen kritischen Stellen mit Drahtseilen ausgestattet worden sind.
Vom Parkplatz vor dem Ossario del Pordoi (Deutsches Kriegerdenkmal; 2229m) nach Hinweistafel und einzelnen Markierungen auf einem schmalen Pfad über die steilen Grashänge hinauf zu den senkrechten Felsabstürzen der Sellagruppe und nach rechts in kurzer Zeit zum Einstieg des Klettersteigs.
Rund 10 Meter anstrengend über den senkrechten und trittarmen Fels empor (Schlüsselstelle!), dann extrem ausgesetzte Querung an schmalen Leisten nach links zu einem Überhang. Mit drei Steighilfen wird dieser überwunden, dann senkrecht oder über schräge bzw. querende Passagen nach rechts hinüber, bis man ein Geröllband erreicht. Problemlose Querung nach links zu einem sehr schmalen, senkrechten Kamin. Diesen hinauf (problematisch mit großem Rucksack!) zu einem weiteren Schotterband, das nach rechts zur Hängebrücke führt. Über die schwankende, sehr luftige Brücke hinweg und über gestuften Fels und Bänder zu einer weiteren, rund 15 Meter hohen Wand. Senkrecht zu einem Überhang, der nur mit viel Armkraft überwunden werden kann, und weiter empor in deutlich leichteres Gelände.
Nun folgt ein längerer Aufstieg an gestuftem, an schwierigen Stellen gesichertem Fels, sowie über einige Schotterbänder zu der letzten großen Geröllhalde unter dem Gipfel. Dort Einmündung des Normalweges von Corvara und gemeinsam mit diesem über steilen Schutt mit einzelnen Schrofen etwas mühsam zum absolut häßlichen, überbevölkerten Gipfel des Piz Boè (3152m).
Geröllabstieg nach Markierung 638, später 627, über den stark begangenen Normalweg mit teilweise längeren Wartezeiten an steilen Schrofenstellen zu einem Sattel und in längerer, leicht ansteigender Querung zur Forcella Pordoi (2848m; Schutzhütte).
Abstieg auf Serpentinensteig über die steile Geröllhalde in Richtung Pordoijoch und zurück zum Ausgangspunkt.


Alle Fotos wurden am 29.08.2008 aufgenommen.