Via ferrata Giovanni Lipella - Tofana di Rozes (3225m)
Berggruppe:
Tofanagruppe
Ausgangspunkt:
Rifugio Dibona; hierher schmale, löcherige Schotterstraße, die von der
Straße Cortina - Falzarego-Paß abzweigt
Schwierigkeit:
C/D (schwierig - sehr schwierig)
Höhendifferenz:
ab Rifugio Dibona ca. 1300 Hm
Gehzeiten:
Rifugio Dibona - Einstieg: 1 Std.
Einstieg - Tre Dita: 2 Std.
Tre Dita - Tofana di Rozes: 1,5 Std.
Abstieg zum Rifugio Dibona: 2,5 Std.
Anmerkungen:
Landschaftlich sehr beeindruckender Klettersteig. Sehr lange, anspruchsvolle Route
mit ausgedehnten Querungen auf Bändern; die schwierigsten Stellen befinden sich
erst im oberen Viertel. Erfahrung, Ausdauer, sicheres Wetter und die Mitnahme einer
Taschenlampe für den Stollen sind unbedingt erforderlich. Nur
Drahtseilsicherungen, aber keinerlei Steighilfen vorhanden! An mehreren nassen Stellen
und beim häufig mit vereisten Schnee bedeckten Schlußanstieg ist Vorsicht
geboten. Ideal mit der
Grotta della Tofana
kombinierbar.
Beschreibung:
Vom Rifugio Dibona (2050m) auf markiertem Steig (erst 403, dann 404) hinauf bis unter
die Südwand der Tofana di Rozes und in längerer, leicht ansteigender Querung
zu einer Wegverzweigung. Nach rechts an den Wänden entlang zum Beginn des
Klettersteigs.
Über eine kurze Stufe und zwei Eisenleitern zum Eingang des rund 500 Meter langen
Castelletto-Stollens und durch diesen zuerst über Metalltreppen, dann über
meist glatte Felsen bei völliger Dunkelheit (Taschen- oder Stirnlampe unbedingt
nötig!) sehr steil empor zum Ausgang, der von einer alten Betonmauer geschützt
wird. Kurze Querung nach rechts, dann gesicherter Abstieg zu einem breiten Band. Lange,
meist fallende Querung auf dem geröllbedeckten Band bis zu einer glatten Wandstufe,
an der erst die eigentliche Via ferrata Lipella beginnt.
Aufstieg am Drahtseil zum Beginn des ausgedehnten Bändersystems, auf dem man die
gesamte Westwand der Tofana di Rozes (ca. 2 km!) quert, wobei mehrere steile, aber gut
gesicherte Felsstufen jeweils in die nächsthöhere Etage führen. Am
letzten Band befindet sich eine Wegeteilung: Links kann man zu den Tre Dita queren und
dann über einen Geröll- und Schrofenhang unschwierig zum Rif. Guissani
absteigen. Rechts hingegen gelangt man über eine lange Bandquerung zur Fortsetzung
des Klettersteigs.
Über eine sehr steile Wandstufe (schwierigster Abschnitt des Klettersteigs) und das
anschließende, riesige Amphitheater erreicht man die Kammhöhe. Auf steilen
Steigspuren über Geröll, Schrofen und häufig auch vereisten Schnee
erreicht man das Gipfelkreuz auf der Tofana di Rozes (3225m).
Am Anstiegsweg rund 200 Höhenmeter zur Bronzetafel am Ende des Klettersteigs
absteigen, dann nach rechts über steiles Geröll, Schrofen und häufig
auch Schnee (Vorsicht bei Vereisung!) durch die NO-Flanke der Tofana (Normalweg;
Steinmännchen und unbeständige Steigspuren) hinab. In einem Bogen nach links
zum Rif. Guissani queren und auf breitem Weg (Markierung 403) zum Parkplatz bei der
Dibona-Hütte absteigen.
(Alle Informationen und Fotos vom 04.09.2004).
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Die Tofana di Rozes (3225m) von der Südlichen Fanesspitze. Der Klettersteig durchquert die gesamte Westwand, bevor er zum Gipfel ansteigt.
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Hier beginnt sie, die "Via ferrata Giovanni Lipella"; ein langer, großartiger Klettersteig in einem landschaftlich herrlichen Ambiente.
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Am kurzen, aber steilen Einstieg zum Castelletto-Stollen herrscht an schönen Tagen meistens viel Betrieb.
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Über zwei Eisenleitern steigt man zum Beginn des rund 500 Meter langen, spiralförmigen Stollens empor.
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Bei völliger Dunkelheit steigt man erst über Metalltreppen, dann über sehr steilen und glatten Fels hinauf.
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Vom Ausgang des Stollens führen ein kurzes Band und eine Felsstufe hinab zum Bändersystem der Tofana di Rozes.
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Leicht absteigend geht man längere Zeit über ein gerölliges, breites Band hinüber zum Einstieg des Klettersteigs.
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An dieser steilen Wand endet das Geröllband und man steigt über die ersten drahtseilgesicherten Felsen empor.
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Ein kurzer Absatz ist zwar schon etwas anspruchsvoll, aber insgesamt ist der untere Teil nicht übermäßig schwierig.
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Beim Aufstieg durch die riesige Westwand bietet die Route stets sehr viel Abwechslung.
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Ein von gelben, überhängenden Felsen überdachtes, relativ schmales Band wird am Drahtseil gequert.
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Eine der schwierigsten Stellen im unteren Abschnitt des Klettersteigs ist diese etwas glatte Passage.
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Es ist schon wirklich grandios, wie geschickt dieser Klettersteig die natürlichen Schwachstellen in der riesigen Westwand ausnutzt.
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Tiefblick von einem der Bänder auf eine Bergsteigergruppe, die sich in dem darunterliegenden Steilabsatz befindet.
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Bei diesem Foto und auch an vielen anderen Stellen fühlt man sich unweigerlich an den Alpini-Weg in den Sextner Dolomiten erinnert.
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Über diese steile, aber gutgestufte Rinne steigt man auf festem Fels relativ problemlos empor.
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Und wieder steigt man vom Ende eines Bandes über steilen Idealfels hinauf in die nächsthöhere Etage.
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Eine letzte Felsstufe, dann hat man die Abzweigung zu den Tre Dita ("Drei Finger") und zur Giussani-Hütte erreicht.
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Das Rif. Giussani (2600m), gesehen von der Abzweigung bei den Tre Dita. Wem der weitere Aufstieg zu viel ist, kann von hier aus leicht zur Hütte absteigen.
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Ein langes, horizontales Geröllband führt von der Abzweigung nach rechts zur Fortsetzung des Klettersteigs auf den Gipfel der Tofana di Rozes.
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Hier beginnt der schwierigere, obere Teil des Klettersteigs; er führt vom großen Querungsband über eine sehr steile Felsstufe hinauf zum Gipfelgrat.
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Im Zickzack ist hier das Drahtseil angebracht, um einen Aufstieg über die weniger schwierigen Felsen zu ermöglichen.
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So mancher Bergsteiger ist jetzt schon müde, aber die Route kennt keine Gnade: Steil und immer schwieriger geht es nach oben.
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Der obere, auch nur mit Drahtseilen gesicherte Teil ist der technisch schwierigste Abschnitt des Klettersteigs.
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Auch hier oben gibt es einige Stellen, wo man auf ausgesetzten Bändern zur nächsten Felsstufe queren muß.
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Blick in das herrliche, riesige Amphitheater der Tofana di Rozes, durch das die Route steil und abwechslungsreich zum Gipfelgrat emporführt.
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Ein meist nasser Abschnitt ist wegen der rutschigen Felsen und Drahtseile ziemlich anstrengend zu überwinden.
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Blick vom Ausstieg des Klettersteigs zum Gipfel. Über Geröll und häufig auch Schnee steigt man zum Grat und rechts davon zum höchsten Punkt hinauf.
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Ein bißchen mühsam ist der Aufstieg über die steile Geröllhalde schon, aber das Gipfelkreuz ist schon in greifbare Nähe gerückt.
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Am großen Gipfelkreuz der Tofana di Rozes (3225m) endet der grandiose und abwechlungsreiche Aufstieg.